Tierschutzbund fordert Kurswechsel zu tierversuchsfreier Wissenschaft
29. September 2026
Das ZDF widmet sich am heutigen Abend in der Dokumentation „Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ dem Thema Tierversuche. Der Deutsche Tierschutzbund nimmt die Ausstrahlung zum Anlass, einen grundlegenden Kurswechsel in Forschung und Politik zu fordern. Das langfristige Ziel müsse ein kompletter Ausstieg aus Tierversuchen und ein Umstieg auf tierversuchsfreie Wissenschaft sein. Dafür braucht es aus Sicht des Verbandes eine gezielte Förderung und eine politische Strategie.
„Was hinter verschlossenen Labortüren geschieht, ist für viele Menschen unvorstellbar. Es braucht jedoch nicht nur Transparenz, sondern vor allem einen klaren politischen Kurs hin zu einer Wissenschaft, die ohne Tierversuche auskommt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Tierversuche dürfen nicht als alternativlose Normalität hingenommen werden. Die Politik muss den Wandel zu tierversuchsfreien Verfahren beschleunigen. Gleichzeitig müssen Rückschritte beim Schutz von Versuchstieren verhindert werden.”
Tierversuchsfreie Methoden müssen aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes finanziell mit höchster Priorität gefördert werden, um den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt voranzutreiben und die Umsetzung in der Praxis zu beschleunigen. Die große Bandbreite bereits verfügbarer „Alternativmethoden“ zu Tierversuchen hat der Verband in seinem „Wegweiser Tierversuchsfreie Wissenschaft“ zusammengestellt. „Tierversuchsfreie Methoden ermöglichen es, konkrete Forschungsfragen unmittelbar mit Blick auf den Menschen zu untersuchen, ohne den Umweg über eine andere Spezies zu nehmen“, erklärt Kristina Wagner, Leiterin des Referats für tierversuchsfreie Wissenschaft beim Deutschen Tierschutzbund.
Mir Sorge beobachtet der Deutsche Tierschutzbund derzeit auch die Pläne der Bundesregierung, die Regelungen zu Tierversuchen aus dem Tierschutzgesetz herauszulösen und in einem eigenständigen Tierversuchsgesetz zusammenzufassen: „Mit einem Tierversuchsgesetz drohen für Tiere in Versuchen auch noch die letzten rechtlichen Schutzmechanismen wegzubrechen, die im Tierschutzgesetz verankert sind, etwa das Verbot der Tötung aus wirtschaftlichen Gründen", so Wagner. Über 80.000 Menschen hatten sich in einer Bundestagspetition bereits klar gegen die Pläne positioniert.
Die Dokumentation „Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ läuft am Dienstag, 29. September 2026, um 22.15 Uhr im ZDF und ist anschließend im Streaming-Portal abrufbar.
Hinweis an die Redaktionen
Anlässlich der ZDF-Dokumentation „Geheimsache Tierversuche“ bietet der Deutsche Tierschutzbund Interviews und Hintergrundgespräche mit Fachexpertinnen und Fachexperten des Verbands an – etwa zum rechtlichen Rahmen und zur wissenschaftlichen Bewertung von Tierversuchen und tierversuchsfreien Forschungsmethoden, zu den aktuellen Entwicklungen bei Tierversuchen in Deutschland und den politischen Plänen für ein eigenständiges Tierversuchsgesetz.
Angebunden und mit Masken versehen, werden junge Beagles gezwungen, chemische Dämpfe einzuatmen. Mit diesen Undercover-Aufnahmen im Rahmen der "Toxicity"-Kampagne macht Animals International, unterstützt vom Deutschen Tierschutzbund, auf Toxizitätstests an Tieren aufmerksam.
Copyright: Toxicity.inc
Das Foto finden Sie hier zum Download.